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Pre-Nationals: Auf dem richtigen Weg

Dieses Wochenende war wohl das eindrücklichste, seit ich hier in den Vereinigten Staaten bin. Ich konnte in Terre Haute, dem inoffiziellen Hauptort der US-Cross-Szene, mein erstes richtig grosses Rennen bestreiten. 

Der erste Lauf umfasste 41 Teams, mit insgesamt 287 Läufern. Nicht die Anzahl der Athleten ist was mich am meisten beeindruckte, vielmehr ist es die Leistungsdichte, die an diesem Event einfach verrückt war. Da ich die US-Studenten-Crossläufe bereits seit Jahren verfolge, kannte ich die Strecke schon und nun selber auf diesem Kurs zu rennen un dass gegen solch starke Konkurrenz fühlte sich super an!

Test unter Wettkampfbedingungen

Unser Team hatte das Glück, einen optimalen Startplatz zu ergattern. So konnten wir von der Innenbahn aus die 800m lange Startgerade entlang sprinten. Da die letzten Wochen trainingsmässig nicht ganz nach Wunsch verliefen, hatte ich keinen Anhaltspunkt wie gut ich in Form bin. Deshalb war dieser Rennen für mich als erster Test gedacht und mein Rennplan sah vor, schnell zu starten und zu schauen wie ich durchkomme. Dieses Ziel nahm ich dann doch etwas zu wörtlich. Den ersten Kilometer lief ich in 2:50 und war zu dieser Zeit in den Top 40. Da dieser Teil meistens bergab ging fühlte sich die Pace sehr komfortabel an und ich versuchte diesen Platz im anschliessenden Aufstieg zu halten. Nach etwa drei Kilometer war ich dann aber schon etwas mehr Anschlag als normalen und wurde von unzähligen Läufern überholt. In diesem Bereich versuchte ich möglichst auf die zweite lange bergab Phase zu freuen, denn ich redete mir ein, dass ich dort noch einmal etwas durchatmen könne. Doch wie es so ist, wird meist in diesen Abschnitten eher Tempo gemacht und so war es auch in diesem Rennen. Nach dieser Bergabstrecke war aber nur noch 2.5km zu laufen waren und das Ziel somit schon deutlich näher. AM folgenden Anstieg konnte ich dann meine Position leicht verbessern und bog schlussendlich auf die unendlich lange Zielgerade ein. Dort versuchte ich noch möglichst viele Plätze gut zu machen und lief als 131. ins Ziel.

Erfahrungen gesammelt

Es war für mich sehr wichtig, einmal zu sehen, wie es ist in einem solch grossen Feld zu rennen. Zu meiner Überraschung wurden die Positionskämpfe deutlich weniger hart geführt, als ich es mir von den europäischen Rennen gewohnt bin. So musste ich nur ganz selten meine Ellenbogen einsetzen, oder einen Konkurrenten auf die Seite drücken. Dies liegt wohl daran, dass die Strecke deutlich breiter ist und die Kurven viel offener und weiter sind. Die Leistungsdichte war aber wohl das Eindrücklichste an diesem Rennen. Bei der ersten Zwischenzeit nach rund drei Kilometer war zum Beispiel zwischen dem 40. und 100. Rang rund 5 Sekunden! Während dem Rennen war für mich das grösste Problem, dass es enorm heiss ist in einer solch grossen Gruppe zu laufen. Dies obwohl die Temperatur nur um 18°C war. So musste ich auf den Geraden zwischendruch bewusst etwas im Gegenwind laufen um mich abzukühlen. Wäre ich zudem über acht Kilometer lediglich 15 Sekunden schneller gelaufen, so hätte es mir bereits in die Top100 gereicht. 

Rückblickend kann ich mit dem Rennen zufrieden sein. Der 131. Rang ist sicher nicht die Platzierung die ich mir anfangs Saison erhofft habe und weswegen ich nach Amerika ging, doch nach den letzten Wochen ist es sicher ein guter Start. Für mich war es vor allem wichtig Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, wie es ist auf der national Bühne des US-Crosses zu rennen, damit ich beim nächsten grossen Anlass etwas entspannter an den Start gehen kann. 


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